Eine kurze Reise durch die Zeit...


Die Entstehung des American Akita

 

Der Akita Inu gilt als eine der ältesten Hunderassen der Welt.

 

Ursprünglich wurden diese Hunde als Jagdgefährten gezüchtet. Ihre ursprünglichen "Wolf"-Fähigkeiten, von der Suche nach Beute bis hin zum Töten, wurden damals als wünschenswerte Eigenschaften angesehen um auch große Beute zu erlegen. Akitas wurden geschätzt, da sie furchtlos angesichts von Bären und Wildschweinen o.ä. waren. Sie waren ihren Besitzern gegenüber äußerst loyal. Diese Eigenschaften sind auch heute noch in ihren Genen vorhanden. Was die heutigen Tierbesitzer manchmal als "Sturheit" bezeichnen, wurde damals als Beharrlichkeit und Furchtlosigkeit angesehen.

Im Mittelalter blieb die Rasse weitgehend unverändert, nur die Aufgaben des Akitas änderten sich. Der Kaiser von Japan und seine Samurai-Soldaten benutzten Akitas zum Schutz ihres Volkes und Ihres Eigentums. Nur der japanische Adel (Buke) durfte diese Rasse halten. Die ursprünglichen Züge von Loyalität und Furchtlosigkeit waren wieder von unschätzbarem Wert, denn um Aufgaben zu erledigen, mussten Akitas für sich selbst denken. Starker Wille und Loyalität prägen diese edle Rasse auch heute noch, denn die Gene für diese Eigenschaften wurden von Generation zu Generation erhalten und geschätzt. Der Export eines Akita aus Japan, war streng untersagt.

Im 19. Jahrhundert trat der Akita außerdem bei Hundekämpfen auf, welche 1908 in Japan verboten wurden. Um die ‘‘Kampfhunde“ noch größer und kräftiger zu machen, wurden zu dieser Zeit Tosa- und Mastiff-Hunde eingekreuzt. 1931 wurde die große japanische Rasse, die zu den ältesten der asiatischen Welt gehört, zum Kulturerbe erklärt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es zu schwierigeren Zeiten für die Rasse. Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) war es üblich, Hundefell zur Herstellung von Militärkleidern zu verwenden. Die Regierung ordnete die Beschlagnahme und Tötung aller Hunde, ausgenommen dem Deutschen Schäferhund (dieser wurde für militärische Zwecke vorbehalten) an. Verschiedene Liebhaber dieser Rasse versuchten jedoch, das Gesetz zu umgehen und versteckten einige Akitas in den japanischen Bergen. Zudem kreuzten sie Deutsche Schäferhunde ein, um somit die Rasse nachhaltig zu retten. Nach dem Krieg begannen intensive Bemühungen, diese wertvolle Rasse zu erhalten und Einkreuzungen wieder heraus zu züchten.

Das Exportverbot wurde erst nach 1945, während der Besatzungszeit Japans, aufgehoben. Während der Besatzungszeit Japans gelangten einige Akita Inu durch US-Soldaten in die Vereinigten Staaten von Amerika. 

Die bekannteste Geschichte, wie der Akita nach Amerika kamen, ist die von Helen Keller (eine taubblinde Schriftstellerin). Helen Keller setzte sich gegen viele Ungerechtigkeiten zur Wehr: Sie half Blinden, die Brailleschrift zu lernen, sie setzte sich für die Rechte der Schwarzen ein und sie kämpfte für Frauenrechte.  Im Jahre 1937 besuchte sie während einer Vortragsreise durch Japan die Präfektur Akita (die Heimat der Akita-Hunde auf dem nördlichsten Gebiet der Insel Honshu) und kommentierte, wie sehr sie die Rasse bewunderte.  Als Maß für den Respekt, überreichte Herr Ichiro Ogasawara (ein Polizist in der Gegend) ihr einen Welpen. Helen Keller kehrte mit ihm in die USA zurück, aber der Welpe starb im Alter von nur acht Monaten. Die japanische Regierung erhielt Kenntnis von Kellers verlust. Ogasawara wurde gebeten Keller einen anderen Hund zur Verfügung zu stellen, der ihr als "offizielles Geschenk der japanischen Regierung" zugesandt wurde. Als die US- Medien davon erfuhren verkündeten sie, dass Keller eine brandneue und beeindruckende Hunderasse in Amerika eingeführt hatte. Seitdem ist die Rasse immer beliebter geworden.

 

In den folgenden Jahren wuchs in den Vereinigten Staaten eine beachtliche Population der großen japanischen Hunde heran. Als sich 1956 der Akita Kennel Club gründete (später umbenannt in „Akita Club of America“) begann die gezielte Zucht der Rasse auf amerikanischem Boden. Japan erkannte die neue amerikanische Linie jedoch nicht an und auch der American Kennel Club (AKC) schloss 1972 sein Zuchtbuch für Importe aus Japan. Infolge des fehlenden Austauschs zwischen beiden Ländern, entwickelte sich die japanische und die amerikanische Zucht stark auseinander. Zwar ließ der AKC ab 1992 wieder Zuchtimporte aus Japan zu, doch der Unterschied zwischen den eher zierlichen japanischen und den kräftigen amerikanischen Akitas war mittlerweile so groß geworden, dass man kaum mehr von einer gemeinsamen Rasse sprechen konnte.

 

Es gibt heutzutage zwei anerkannte Linien – den japanische Akita Inu (FCI-Standardnummer: 255) und den American Akita (FCI-Standardnummer: 344) - obwohl beide eine gemeinsame Geschichte haben.

Kein Wunder, dass die heutigen Akitas genauso stark, selbstbewusst und loyal zu ihren Familien sind wie die frühen Akitas vor einem Jahrtausend. 


 


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